Scandlines und die Schiffe der Route
Scandlines betreibt die Überfahrt Rostock-Gedser mit zwei eigens für diese Strecke gebauten Hybridfähren. Hier stehen die Reederei, die Schiffe M/S Berlin und M/S Copenhagen und das Angebot an Bord.

Die Reederei und ihre Schiffe
Inhaltsverzeichnis
Die Route Rostock-Gedser gehört Scandlines. Die Reederei fährt zwischen Deutschland und Dänemark zwei Strecken - Rostock-Gedser über die Ostsee und Puttgarden-Rødby über den Fehmarnbelt, und setzt dafür sechs Hybridfähren ein. Entstanden ist das Unternehmen 1998 aus der Fusion der Deutschen Fährgesellschaft Ostsee mit der dänischen DSB Rederi; der Sitz ist Hamburg, Eigentümerin ist ein Konsortium aus den drei Infrastrukturfonds Igneo Infrastructure Partners, 3i Group und Federated Hermes.
Für dich als Reisende heißt das vor allem eines: Es gibt auf dieser Strecke nur einen Betreiber. Die Frage ist nie, welche Reederei, sondern welche Abfahrt und welcher Tarif.
M/S Berlin und M/S Copenhagen
Beide Schiffe wurden für genau diese Überfahrt gebaut, sind baugleich und seit 2016 im Liniendienst. Ihr Rumpf ist auf das flache Fahrwasser der Strecke ausgelegt, was zusätzlich Treibstoff spart. Eingetragen sind sie in Rostock und in Gedser, je ein Heimathafen pro Seite.
| Datenblatt | M/S Berlin · M/S Copenhagen |
|---|---|
| Im Dienst seit | 2016 |
| Länge über alles | 169,50 m |
| Breite über alles | 25,40 m |
| Dienstgeschwindigkeit | 21,0 Knoten |
| Passagiere | max. 1.300 |
| Fahrzeugdecks | Deck 3 und Deck 5, je 800 Spurmeter |
| Kapazität je Deck | 48 Lkw oder 230 Pkw |
| Durchfahrtshöhe | 4,60 m (Deck 3), 4,20 m (Deck 5) |
| Rotorsegel | 30 m hoch, Copenhagen seit 2020, Berlin seit 2022 |
Angaben aus dem Datenblatt der Reederei, Stand Mai 2022.
Die Baugeschichte erklärt, warum zwischen Kiellegung und Indienststellung sechs Jahre liegen: Bestellt wurden die Schiffe 2010 bei den P+S Werften in Stralsund. Nach dem Stapellauf 2012 stornierte Scandlines die Verträge wegen Konstruktionsmängeln und Übergewicht, kaufte die Rümpfe 2014 aus der Insolvenz zurück und ließ sie auf der Fayard-Werft im dänischen Munkebo fertigstellen. 2016 gingen beide in Dienst.
Hybridantrieb und Rotorsegel
Die beiden Fähren fahren dieselelektrisch mit Batterieunterstützung. Statt alle Generatoren im ungünstigen Teillastbereich laufen zu lassen, arbeiten wenige Generatoren nahe ihrem Bestpunkt, und der Energiespeicher an Bord gleicht die Lastspitzen aus. Das Speicherpaket der beiden Schiffe fasst laut Datenblatt 1.500 Kilowattstunden.
Dazu kommt das auffälligste Merkmal, das du schon vom Terminal aus siehst: der weiße Zylinder auf dem Oberdeck. Das Rotorsegel des finnischen Herstellers Norsepower ist 30 Meter hoch und nutzt den Magnus-Effekt, ein rotierender Zylinder im Wind erzeugt Vortrieb quer zur Windrichtung. Für diese Strecke passt das besonders gut, weil Rostock-Gedser fast rechtwinklig zum vorherrschenden West- und Ostwind verläuft. Scandlines beziffert die Einsparung auf durchschnittlich vier Prozent CO₂. Die Copenhagen bekam ihren Rotor 2020, die Berlin 2022.
An Bord
Zwei Stunden sind lang genug für eine richtige Mahlzeit und kurz genug, dass niemand eine Kabine braucht - Kabinen gibt es auf dieser Route nicht.

- Scandlines Kitchen Buffet - Buffet zu Frühstück, Mittag und Abend, geöffnet von 6 bis 20 Uhr.
- Scandlines Food Express - Cafeteria mit Fischfilet, Sandwiches, Hotdogs und Pommes, rund um die Uhr.
- Scandlines Coffee - Kaffee, Snacks und Starbucks-Produkte.
- Travel Shop - Parfüm, Kosmetik, Süßwaren und Getränke, ebenfalls rund um die Uhr geöffnet.
- Gratis-WLAN, auf allen Schiffen der Route und in den Wartebereichen beider Häfen.
Für Kinder gibt es einen Spielbereich auf dem Passagierdeck, für Hund und Katze gelten eigene Regeln, die stehen auf der Seite Haustiere an Bord. Wer mit Rollstuhl oder eingeschränkter Mobilität reist, gibt das bei der Buchung an, fährt in die bemannte gelbe Spur und sollte rund 30 Minuten vor Abfahrt am Hafen sein; die Stellplätze nahe dem Aufzug sind begrenzt.
Das Bordangebot und die Öffnungszeiten wurden am 10. August 2026 auf der Scandlines-Seite zur Gastronomie auf Rostock-Gedser geprüft. Für deine Abfahrt gelten die Hinweise an Bord.
Häfen und Zuständigkeiten
Die Hafenanlagen in Gedser gehören der Reederei selbst, in Rostock ist sie Pächterin im Überseehafen. Praktisch merkst du das kaum, abgesehen davon, dass in Rostock einer der beiden BorderShops direkt am Terminal liegt. Wie du zu den Terminals kommst, steht auf den Seiten Rostock Hafen & Fährterminal und Gedser Hafen & Fährterminal; den Ablauf am Schalter beschreibt die Seite Check-in.
Die gesamte Überfahrt mit Fahrplan- und Preisübergabe findest du auf der Fährverbindung Rostock-Gedser.
FAQ
Welche Schiffe fahren auf der Route Rostock-Gedser?+
Die beiden Hybridfähren M/S Berlin und M/S Copenhagen. Sie sind baugleich, 2016 in Dienst gestellt und ausschließlich auf dieser Strecke unterwegs. Welches Schiff deine Abfahrt übernimmt, steht im Fahrplan.
Wie hoch darf mein Wohnmobil sein?+
Laut Datenblatt der Reederei liegt die Durchfahrtshöhe auf dem unteren Fahrzeugdeck bei 4,60 Metern und auf dem oberen bei 4,20 Metern. Übergroße Fahrzeuge meldest du bei der Buchung an; wie der Check-in damit umgeht, steht auf der Seite Check-in.
Was ist ein Rotorsegel?+
Ein 30 Meter hoher rotierender Zylinder an Deck. Der Wind trifft auf den Zylinder und erzeugt eine Kraft quer zur Windrichtung, die das Schiff mit vorantreibt. Scandlines gibt die Ersparnis mit durchschnittlich vier Prozent CO₂ an.
Gibt es an Bord WLAN?+
Ja, auf allen Fähren zwischen Rostock und Gedser ist das WLAN kostenlos, ebenso in den Wartebereichen beider Häfen. Du wählst das Netz „Scandlines" und bestätigst die Bedingungen im Browser.
Kann ich an Bord mit Karte zahlen?+
Restaurants, Café und Travel Shop rechnen bargeldlos ab. Da du in zwei Währungsräumen unterwegs bist, ist die Karte ohnehin die einfachste Lösung.
Was kostet die Überfahrt?+
Das hängt von Fahrzeug, Ticketart und Buchungszeitpunkt ab. Alle Tarife stehen auf der Seite Preise & Tarife.
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